Die Bibel in Jordanien – Biblisches Land und Zufluchtsort
Die Bibelgesellschaft in Jordanien leistet wertvolle Arbeit inmitten einer von Krieg und Leid geprägten Region. Als stabiles Land ist Jordanien Zufluchtsort für Verfolgte und Vertriebene und ist um eine friedliche Lösung des Konflikts bemüht.

Jordanische Bibelgesellschaft
Bibelgesellschaftliche Arbeit gibt es in Jordanien bereits seit 1860, formell wurde die Bibelgesellschaft im Jahr 1972 gegründet. Sie arbeitet zusammen mit den Kirchen und etwa 150 Gemeinden im Land. Mit einem jungen Team aus 12 Angestellten und etwa 100 Freiwilligen möchte sie Gottes Liebe im Land verbreiten.
Damit Kirchen gestärkt werden
Nur etwa 2 Prozent der 11 Millionen Einwohner Jordaniens sind Christen. Zwar ist die Ausübung des christlichen Glaubens in der Verfassung gesichert, doch im Alltag haben Christen viel mit Diskriminierung zu kämpfen. Oft haben sie wenig Wissen über ihren eigenen Glauben und können sich nicht gegen Kritik und Vorurteile verteidigen. Munther Namat, der Direktor der Jordanischen Bibelgesellschaft, erzählt: "Es ist nicht leicht, in diesem Land als Christ zu leben. Weil viele den Preis dafür nicht zahlen können, ziehen sie sich ins Private zurück oder wandern aus. Wir wollen Christen ermutigen, ihren Glauben in einem Umfeld zu leben, das ihnen oft ablehnend oder sogar feindlich gegenübersteht."
Hilfe Für Geflüchtete
Von den 11 Millionen Jordaniern sind circa 3 Millionen Geflüchtete; 1,3 Millionen davon kommen aus Syrien. Gemeinsam mit Freiwilligenteams versorgt die Bibelgesellschaft Flüchtlinge in den verschiedenen Lagern mit Hilfsgütern, unabhängig von ihrer Religion. In einem Flüchtlingslager nahe der syrischen Grenze leben ungefähr hundert Menschen in zehn Zelten; die 19 muslimischen Familien sind alle miteinander verwandt. Sie kamen 2013 aus Syrien hierher, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Doch in Jordanien sind sie nur geduldet. Da es kein offizielles Lager ist, erhalten die Flüchtlinge keine öffentlichen Hilfen. Umso mehr sind sie auf die Unterstützung von Organisationen wie der Jordanischen Bibelgesellschaft angewiesen. Die jungen Erwachsenen, die heute ehrenamtlich mit dabei sind, haben teilweise Urlaub genommen. „Es macht einfach Freude, hier mitzuarbeiten“, meint Hiba, die zum dritten Mal dabei ist.

Silke Gabrisch/DBG
Das Kinderprogramm im Flüchtlingslager schenkt große Freude.
Im Monat besucht die Bibelgesellschaft 750 Flüchtlingsfamilien und bringt ihnen Nahrungsmittel, Hygieneartikel, Decken und Medikamente. Zudem gibt es ein Kinderprogramm und kleine Spielsachen, Stifte und Hefte. Wo es möglich und gewünscht ist, gibt die Bibelgesellschaft Bibeln weiter. Munther Namat erzählt: "Die Flüchtlinge sind unendlich dankbar, dass wir uns um sie kümmern. Für uns ist es ein Akt der Nächstenliebe."