Neues Psalmenbuch für Ältere Menschen erschienen

"Meine Zuversicht und meine Burg…": Psalm 91,2 sind der Titel eines neuen Büchleins mit 19 Psalmen in extremem Großdruck mit Meditationsbildern für hochbetagte Menschen.

Aufgeschlagenes Psalmenbuch der Österreichischen Bibelgesellschaft in den Händen einer älteren Person.

Das Buch ist auf die Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten. Die Psalmen wurden mit Blick auf die Lebenssituation älterer Menschen ausgewählt. Sie sollen in dieser oft herausfordernden Lebensphase ermutigen und Themen und Fragen von Senioren aufgreifen, die in Altenheimen leben oder Tagesbetreuungsangebote aufsuchen. Gerade hochbetagte Menschen sind im vergangenen Jahr in den Blick gerückt – vor allem, weil sie besonders unter Isolation, Besuchsbeschränkungen und Einsamkeit zu leiden hatten.

Die extrem große Schrift, die auch für Menschen mit Sehschwäche gut lesbar ist, das griffige Papier und die abgerundeten Ecken ermöglichen es selbst geschwächten oder bettlägerigen Personen, das Buch gut in der Hand zu halten und umzublättern.

  

Verschiedene Zugänge

Die Bilder der Malerin Stefanie Kühl sollen einen meditativen Zugang zum Psalm ermöglichen, sodass ältere Menschen auch über das Bild die Botschaft des Psalms erfahren können. Die „Neue Hamburger Bibelgesellschaft“ hatte dieses Psalmbuch im Jahr 2020 entwickelt; die Ausgabe wurde für die Bedürfnisse in Österreich bearbeitet und ergänzt. Schon bei den Vorarbeiten wurde deutlich, dass dieses Buch eine echte Lücke füllt.

  

Zum Segen für die Menschen

Anfang Mai konnten die lang ersehnten Psalmbücher an die Betreuungseinrichtungen verschickt werden. Die Freude ist groß. Pfarrer Mag. Lukas Wagner, Seelsorger in den Betreuungseinrichtungen der Diakonie de la Tour meint: „Wir sind sehr dankbar für dieses Geschenk der Bibelgesellschaft.“ Frau Kreuzeder, 98jährige Bewohnerin eines Pflegeheimes in Niederösterreich strahlt: „Das ist ja wunderschön.“  Die große Kraft, die von den Psalmen und dem Gebet mit ihnen ausgeht, soll zum Segen werden.

Die erste Auflage, deren Druck durch entsprechend gewidmete Spenden überhaupt möglich wurde, war bei ihrem Erscheinen bereits vergriffen. Eine mögliche zweite Auflage, in die gesammelte Erfahrungen aus der Praxis einfließen können, wäre wünschenswert; ist aber von weiteren Spenden abhängig, denn die Produktion ist sehr kostenintensiv.

Stephanie Dorner

   

Stimmen zum neuen Psalmenbuch
  

Portraitfoto von Gerold Lehner

Gebet öffnet den Horizont der Hoffnung

"Im Krankenhaus habe ich Psalmen gelesen. Nirgendwo sonst reden Menschen so offen mit Gott. Das Wunder der Psalmen ist, dass diese Offenheit dazu führt, dass sie nicht in der Trostlosigkeit verbleiben. Menschen flüchten zu Gott mit ihrer Angst. Und unmerklich schafft das Vertrauen Zuversicht; öffnet ihr Gebet den Horizont der Hoffnung. Wenn ich die Psalmen laut lese, werde ich hineingenommen in diesen Weg. Ich finde Worte für meine Angst, und Worte, die mich aus der Angst führen."

Superintendent Dr. Gerold Lehner, Präsident Österreichische Bibelgesellschaft
  

Portraitfoto des evangelischen Bischofs Michael Chalupka

Psalmen schenken Trost

"Trost, Ermutigung und Stärkungen bringen die Psalmen. Martin Luther ruft uns zu, gerade wenn es uns nicht so gut geht, danach zu greifen: „Wohlauf, die Hände und Augen gen Himmel erhoben, einen Psalm vorgenommen und deine Not vor Gott dargelegt, ihm geklagt und ihn angerufen.“ Dazu verhilft uns dieses Büchlein. Ich danke der Bibelgesellschaft dafür."

Bischof Mag. Michael Chalupka, Evangelische Kirche A.B.
  


  
 

Alter ist die Fülle des Lebens

„Ich will ihn sättigen mit langem Leben und will ihm zeigen mein Heil.“ (Psalm 91,16) Für die Bibel ist das Alter nicht die Neige des Lebens, sondern die Fülle. Zur Fülle des Lebens gehört auch ein erfülltes Gebetsleben. Menschen vieler Generationen haben ihre Angst und Freude, Leid und Hoffnung mit Worten aus dem Psalter vor Gott gebracht. Auch Jesus.

Direktorin Dr. Maria Katharina Moser, Diakonie Österreich
  

Vertraute Psalmtexte gemeinsam meditieren

„Ich will dem HERRN singen mein Leben lang und meinen Gott loben, solange ich bin.“ (Psalm 104,33) Ich bin dankbar für die Auswahl der Psalmen, die hier vorliegt und ermutige vor allem Menschen im Alter oder auch ihre Angehörigen dazu, diese vertrauten Texte gemeinsam zu meditieren, um die innere Gewissheit zu stärken, dass Gott uns Menschen auch durch das Alter und „durch die Jahre tragen wird, von denen wir sagen: Sie gefallen mir nicht!“ (Prediger 12,1)
Pfarrerin Mag.a Sieglinde Pfänder, Diakonie Burgenland
  

Psalmen sind in der Diakonie hilfreich

Es ist eine gute christliche Tradition, die wir von unseren jüdischen Glaubensvorfahren übernommen haben, in Zeiten von Not und Gefahr Psalmen zu beten. Auch in der Diakonie sind die Psalmen hilfreich. Sie setzen uns mit Gott in Verbindung, sie spenden Trost und richten uns auf.
Möge dieses Buch vielen Menschen in der heutigen Zeit Wegweisung und Lebenshilfe werden.
Pfarrer Dr. Thomas Pitters, Diakoniewerk Gallneukirchen
  

Psalmen ermutigen zur Wahrung der Menschenwürde

Menschliches Leben steht unter Gottes Vergebung und ist von IHM angenommen. Das sollen wir uns alle immer wieder zusprechen. Menschen im Alter müssen bei Veränderungen an Leib und Seele sorgsam und liebevoll begleitet werden. Die menschliche Würde ist von Lebensbeginn bis über das Lebensende hinaus zu schützen und zu wahren. Dazu ermutigen uns viele Psalmen.
Diakonin Elisabeth G. Pilz MA, Evangelische Alten- und Pflegeheimseelsorge Graz